Lesung aus "Pali Meller: Papierküsse. Briefe eines jüdischen Vaters aus der Haft 1942/43"
Do., 13. Nov.
|Liszt Institut
Einführung in das Thema: Anja Krämer Texte vorgetragen von Tobias Keil
Zeit & Ort
13. Nov. 2025, 19:00
Liszt Institut, Christophstraße 7, 70178 Stuttgart, Deutschland
Über die Veranstaltung
Veranstalter: Liszt Institut, Ungarisches Kulturzentrum Stuttgart, Weissenhofmuseum Stuttgart im Haus Le Corbusier
Eintritt frei
Anmeldung erbeten auf culture.hu/de/stuttgart unter Programm oder per E-Mail: uki-s@uki-s.de
Pali Meller (1902-1943) war ein ungarischer Architekt. Als Bauleiter war er 1927 an der Stuttgarter Weissenhofsiedlung beteiligt. Direkt nach seinem Studium hatte er begonnen, im Büro des niederländischen Architekten Jacobus Johannes Pieter Oud in Rotterdam zu arbeiten. Als Oud den Auftrag für fünf Reihenhäuser in der berühmten Stuttgarter Werkbund-Ausstellung „Die Wohnung“ bekam, schickte er Meller vor Ort. Diese Häuser sind bis heute in der Weissenhofsiedlung zu sehen.
1930 zog Pali Meller nach Berlin und gründete mit der Tänzerin Petronella Colpa eine Familie. Sie starb 1935 bei einem Unfall, woraufhin Meller seine beiden Kinder alleine großzog. Obwohl er jüdischer Herkunft war, blieb er auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunächst unbehelligt. 1942 wurde er denunziert und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
Aus der Haft schrieb er seinen Kindern Paul und Barbara 24 Briefe. 2012 wurden sie unter dem Titel Papierküsse im Verlag Klett-Cotta veröffentlicht. Mit Wortwitz und viel Zuneigung versucht Meller darin, aus der Ferne seiner Vaterrolle gerecht zu werden. 1943 starb er im Gefängnis an einer Tuberkuloseinfektion.
In der Lesung werden die humorvollen und herzzerreißenden Briefe aus dem Gefängnis ergänzt durch einige Briefe aus der Bauzeit der Weissenhofsiedlung.
